Georges Brassens

Les hommes sont faits, nous dit-on,
pour vivre en bande comme les moutons
Moi je vis seul et c'est pas demain,
que je suivrai leur droit chemin.
La mauvaise herbe

"Non les braves gens n'aiment pas que l'on suive une autre route qu’eux" - die von Brassens viel besungenen "braven Leute" waren sicher verstört, als der schüchterne Chansonnier seine ersten Auftritte in kleinen Nachtklubs gab, schwitzend, linkisch, sich verhaspelnd und mit der ihm stets eigenen warmen brummig-brüchigen Stimme. Den Anständigen sang er viel zu deftig, zu unverblümt ("J'suis l'pornographe du phonographe, le polisson de la chanson"), den Vorsichtigen zu kritisch und provokant (auch er wurde natürlich Opfer der Zensur mit seinem gegen die Todesstrafe gerichteten "Le gorille") und natürlich war er auch den einstigen linken Mitstreitern (er schrieb nach dem Krieg Glossen im anarchistischen Organ "Le Libertaire") schnell zu nonkonformistisch, zu unbequem, zu kantig, der Mann mit dem Schnauzbart und der Liebe für die "kleinen Leute".

Er lebte lieber unter Katzen als unter Menschen - selbst mit seiner großen Liebe und lebenslanger Gefährtin "Püppchen" Joha Heiman teilte er nie ein gemeinsames Dach geschweige denn eine Ehe ("La non-demande en mariage"). Und doch hat dieser Eigenbrötler und Außenseiter des französischen Kulturbetriebes sich sein eigenes Publikum erspielt, das ihn bis heute liebt wegen seiner Warmherzigkeit, seiner Großzügigkeit, dem schlichten aber unwiderstehlichen Charme seiner Lieder.