Carla Bruni

Wenn ein weltweit gefeiertes Model auf einmal anfängt zu singen, mag es dafür gewöhnlich eine ganze Reihe von Gründen geben, die wenigsten liegen jedoch im musikalischen Bereich. Anders bei Carla Bruni: als Tochter einer Pianistin und des Zöwlftonkomponisten (und gleichsam nebenher Geschäftsführers bei Pirelli) Alberto Bruni Tedeschi war Musik schon in ihrer Jugend eine natürliche Ausdrucksform.

Und das ist es, was man auch bei jedem Ton und Zwischenton auf Ihrem Debütalbum "Quelqu'un m'a dit" spüren kann: schlicht, ohne jeden modischen Schnörkel, aber dafür mit Natürlichkeit und Intensität macht hier eine Frau ihre Art von Musik, mit persönlichen Texten, einfacher Begleitung und einer rauhen, nicht ausgebildeten aber gerade dadurch entwaffnend charmanten Stimme.

Ob sie im Titellied von jemandem gehört haben will, daß er sie noch liebe oder ob sie von Raphael erzählt, der trotz seines engelhaften Vornamen ein Teufel der Liebe ist, ob sie ein Gesetz gegen die Einsamkeit und Gleichgültigkeit fordert oder ganz poetisch den Himmel in ihr Zimmer holt, ob sie in einem 60-Sekunden-Stück ihre letzte Minute beschwört oder ob sie einfach nur ein "trauriges Chanson" singt: alle ihrer 12 Lieder haben einen ganz eigenen Reiz, alle strahlen den Charme der Schlichtheit und Natürlichkeit aus und bestechen durch ihre präsente Stimme und dichte Atmosphäre. So hat Carla Bruni, die sich eher in der Tradition von Folk und Blues sieht, eine Art "Nouvelle Chanson" geschaffen: frisch, unprätentiös und einfach bezaubernd.