Max
Frisch



Homo
Faber


Mit einem Flugzeugabsturz bricht eine Kette von ungewöhnlichen Zufällen in das Leben Walter Fabers ein. Er ist Ingenieur und durch und durch Rationalist. Gefühle sind für ihn ein Zeichen von Schwäche und an nichts glaubt er weniger als an Schicksal oder Fügung, als er zuerst im mexikanischen Dschungel seinen alten Freund Joachim aufspürt, der sich auf einer Plantage erhängt hat und später auf einer spontanen Schiffsreise nach Europa auf die junge Sabeth trifft, die ihn so sehr an seine alte Liebe Hannah erinnert.

Bis heute begreift Faber nicht deren Verhalten. Sie war Jüdin, und um sie vor den Nazis zu retten hatte er ihr selbstverständlich angeboten, sie zu heiraten. Selbst ihr gemeinsames Kind hätte sie zur Welt bringen können, wenn sie unbedingt wollte. Doch Hannah, zu emotional und stolz, um sein nüchternes Pflichtbewußtsein zu akzeptieren, heiratete seinen Freund Joachim. Er sah sie nie wieder.
Und nun ist da dieses Mädchen, Sabeth, die in Faber die Erinnerung an Hannah wachruft. Die beiden so unterschiedlichen Menschen kommen sich näher. Erst als es bereits zu spät ist, erfährt er, daß sie Hannahs Tochter ist... und seine.

In einem letzten Einbruch des Schicksals, der Irrationalität in Fabers Leben, das er doch so planbar und sicher vor allen Unwägbarkeiten wähnte, stirbt seine Tochter an den Folgen eines Unfalls auf einer gemeinsamen Reise nach Athen.

Zurück bleibt ein völlig aus der Welt gefallener Faber, der nicht wieder zurückfindet in sein altes Leben, seinen Rationalismus, hinter dem er sich stets verschanzt hielt. Er kehrt zurück nach Athen zu Hannah, der er mit ihrer Tochter alles genommen hat. Was, martert er sich immer wieder, wenn alles anders verlaufen wäre? Und er wünscht sich nur eins: nicht tot, sondern nie gewesen zu sein.
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