Über E-Mail tritt sie mit ihm in Kontakt, "Kathys Tochter" mit Tim Krabbés autobiographischem Ich-Erzähler namnes Tim Krabbé. Ihre Mutter ist gestorben und sie will mehr wissen über die Rolle, die er in ihrem Leben gespielt hat. Lange verdrängte Erinnerungen brechen in ihm auf. Kathy war die große Liebe seines Lebens gewesen, eine Liebe, die der jugendliche Tim mutwillig weggeworfen hat.

Die junge Frau von 28 Jahren und der doppelt so alte Schriftsteller kommen sich näher. Ihre Suche gilt bald nicht mehr nur der Vergangenheit sondern einander, der Gegenwart, einer fest begrenzten (?) Zukunft. Krabbé hofft in der Beziehung zu ihr, die gescheiterte Liebe zu ihrer Mutter aufarbeiten, wieder "gut machen" zu können.
"Am Anfang sind es die ersten Sekunden. Man geht, macht Schritte, man zündet sich eine Zigarette an. Dann sind es die ersten Minuten, man geht, in Dunkeln am Wasser entlang, man raucht, man denkt. Die ersten Minuten, nachdem man sie zum letzten Mal gesehen hat. Man hat noch zurückgeschaut, aber die Tür war bereits zu, so wie man andere Male zurückgeschaut und eine offene Tür gesehen hat, mit ihr darin, winkend, eine Kußhand werfend."



Doch es ist nicht die Beziehung eines alten Mannes zu einer jungen Frau, die im Mittelpunkt von Krabbés persönlichstem, vielleicht daher manchmal etwas "unbeschnitten" wirkendem aber eben gerade auch umso berührenderem Roman steht. Es ist wie bei ihm üblich die Suche nach jenen magischen Augenblicken, die ein Leben verändern, die eine lebenslange Suche nach etwas zurücklassen, was sich doch nie mehr wiederholen läßt. Es ist die Geschichte einer unwiderbringlich verlorenen Liebe, die einen wehmütig zurückläßt, so wehmütig, daß auch der Autor selbst die Schlüsselszene am Ende noch einmal umschreibt und Tim und Kathy einen anderen Ausgang gönnt als sie ihrem eigenen Leben.

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