"Einem fliehenden Pferd kannst du dich nicht in den Weg stellen. Es muß das Gefühl haben, sein Weg bleibt frei." Diese Worte spricht Klaus Buch in einer Schlüsselszene von Martin Walsers Novelle, in der es ihm gelingt, ein ausgerissenes Pferd zu bändigen.

Doch ein fliehendes Pferd ist auch sein alter Schulfreund Helmut Halm. Er flieht den Menschen, jeder Form von Vertrautheit. Sein höchstes Lebensglück ist es, mißverstanden zu werden. Wenn er durchschaut wird, überfällt ihn panische Angst und das Gafühl, jeder könne nun mit ihm machen, was er will...

Und so ist Helmut entsetzt, als sein alter Schulfreund, "dieser Klaus", nach 20 Jahren wieder in sein Leben eindringt, und nicht nur den behäbigen, abgeschotteten Urlaub, den er seit unzähligen Jahren am Bodensee verbringt mit seinem Elan und den längst verdrängten gemeinsamen Erinnerungen zutiefst erschüttert.

Martin Walser:
Ein fliehendes Pferd





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Vor allem Sabine, Helmuts Frau, sein "schwacher Punkt" bei seiner Flucht vor der Welt, ist fasziniert von Klaus Buch und seiner zur Schau getragenen Lebenslust.

Doch am Ende reißt Klaus junge Freundin Hel die perfekte Fassade ein und offenbart den Strudel, in den Klaus sie immer hoffnungsloser reißt in seinem verzweifelten Kampf um Anerkennung, getrieben von der Angst, sein Leben sei ein einziger Schwindel, der jederzeit auffliegen könne.

Es kommt zu einem Showdown bei einem gemeinsamen Segeltörn der beiden Männer im tosenden Sturm, von dem nur einer zurückkehren wird.

Denn wer sich einem fliehenden Pferd in den Weg stellt...