Hermann Hesse: Der Steppenwolf

Zwei Seelen schlagen in Harry Hallers Brust: der brave, biedere Bürger und der einsame, ausgestoßene Steppenwolf, zwei Seelen, die sich gegenseitig bekriegen und Harrys Leben zur Hölle machen. Nirgends wird er heimisch. Weder vermag er sich vom Bürgertum, in dem er aufgewachsen ist, und dessen Zwänge und Enge noch immer sein Denken beschränken, vollständig zu lösen, noch läßt der zu scharfsichtige und unerbittliche Steppenwolf ihn im verachteten Bürgertum aufgehen.

In einer der Nächte, in denen er verzweifelt durch die Straßen streunt, als einzigen Ausweg aus seinem Dilemma den Selbstmord vor Augen, den er doch gleichzeitig fürchtet, trifft er auf eine im Unglück Wesensverwandte: Hermine, die ihn so sehr an seinen Jugendfreund Hermann erinnert. Sie ist es, die ihm den Weg in die bisher so geringgeschätzte Welt der Lebenslust und Unterhaltung eröffnet, und der alte Eigenbrötler lernt unter ihrer Ägide das Tanzen und sogar das Lieben.

In einer phantastischen Nacht im Magischen Theater ("Nur für Verrückte") mit traumhaft surrealen Erlebnissen begreift Harry endlich das Spiel seines Lebens, in dem er selbst den Bürger, den Steppenwolf und die zahlreichen anderen Facetten seiner Persönlichkeit nach seinen eigenen Wünschen wie auf einem Schachbrett zu dirigieren lernt und das unzulängliche Leben mit dem Humor der Unsterblichen zu ertragen.