Züchte Raben

"Züchte Raben" ist vielleicht einer von Sauras schönsten, in jedem Fall einer seiner poetischsten Filme: "Es ist die Geschichte eines Kindes, das besessen ist vom Tod. Oder, was dasselbe ist, besessen vom Leben."

Mit einem harmlosen Pulver glaubt das Kind Ana (mit hypnotisch trauriger Ausstrahlung: Ana Torrent), Macht über Leben und Tod zu gewinnen, verabreicht es erst dem Vater, dem sie die Schuld für den Tod der Mutter gibt und der tatsächlich an einem Herzanfall stirbt, später auch ohne Wirkung der ungeliebten, kalten Tante. Erst am Ende des Filmes kann sie den Tod der Mutter akzeptieren und tritt aus ihrer Welt der Magie und Träume wieder in die Wirklichkeit des ersten Schultages ein.

"Züchte Raben (und sie kratzen dir die Augen aus - so ein spanisches Sprichwort)" ist ein Film durch die Augen eines Kindes in der Erinnerung einer Erwachsenen (Geraldine Chaplin, die in einer Doppelrolle auch die in Anas Tagträumen erscheinende Mutter spielt). Und so komplex wie die Erzählweise verweben sich auch die Ebenen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität kunstvoll ineinander.